Neues / Presse

Tschüss, bis bald!

Abschiednehmen von der kreativen Kraft auf Papier

Nummer 1, 2 und 3

Abschiednehmen fällt den meisten schwer. Aber in den Tagen vor dem Tübinger Bücherfest war es Euphorie, die mich während den Vorbereitungen begleitete. Kurz dachte ich daran, wie das wohl werden wird mit dem Abschiednehmen von einem Projekt, das doch viel mehr war als nur ein Magazin, nur ein Ort, an dem Studierende ihre Künste präsentieren konnten. Es war zwar alles das, aber auch ein Vorhaben, das die letzten drei Jahre maßgeblich mitbestimmte.

Den Alltag bestimmte, das Selbstbewusstsein förderte, zuweilen auch den Takt angab. Wann, was und wo wurde in Hinblick auf [Lautschrift] geplant. Aber es war eben auch ein papierförmiger Ort, in dem die kreative Kraft von Studierenden aus ganz Baden-Württemberg und Bayern eine Heimat fand.

 

Es wurde schon öfters erwähnt, aber letztendlich ist das Kennenlernen und das Zusammenbringen von unterschiedlichen Menschen das schönste Geschenk, das aus so einem Projekt entstehen kann – sei es durch Interviews, Lesungen oder Redaktionstreffen, durch E-Mail-Kontakt mit den Künstlern und der Jury. Es vertieft Freundschaften, lässt neue entstehen und räumt Platz ein für Andersartigkeiten. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn [Lautschrift] sich mit dem Thema „Fremd“ von der Literaturmagazinbühne verabschiedet. Aller guten Dinge sind drei.

Nach wie vor bin ich der Meinung, dass ein kreativer Austausch – egal welcher Art – eben jene Möglichkeiten schafft, die helfen, dass Menschen sich annähern, dem anderen zuhören und die Welt mal aus einer anderen Perspektive sieht. Die Welt durch Geschichten und Fotografien, durch Poesie und Zeichnungen von einem anderen Punkt aus betrachten – auch dass war unsere Intention. Ein Gedicht kann dich in ein ganz anderes Zimmer transportieren (“mein zimmer” von Jonathan Schaake in [Lautschrift] #1), ein Text dich mit seinem Mut und seinem Schmerz überrumpeln (“Even Stranger” von Mateusz Jurewicz in [Lautschrift] #3) oder Einblick in eine beinahe surreale Welt jenseits deiner Vorstellungen gewähren (Fotografien von Veronika Wetlitzky in [Lautschrift] #2). Abschiednehmen von einer solchen Chance, das zu fördern, was jahrelang und manchmal ein Leben lang in Schubladen versteckt bleibt, fällt schwer.

 

Tschüss, bis bald!

 

Und als sich dann am 8. Juni abends die warme Luft in die angenehme Kühle des Gewölbekellers verwandelte, fiel es mir schwer zu atmen. Ich dachte, ich hätte mich bereits an den Gedanken gewöhnt, [Lautschrift] auf das Regal zu legen und vielleicht ein neues Projekt anzufangen. Und während ich konzentriert unseren Lesenden an diesem Abend zuhörte, ließen sich die traurigen Gedanken weitestgehend zurückdrängen. Als aber A Singer of Songs sein erstes Lied sang, schossen mir bereits die Tränen in die Augen. Und als Verena uns im Namen von ihr und Janina, unseren tollen Stellvertreterinnen, dann die bunten Blumensträuße am Ende eines gelungenen Abends in die Hand drückten, kullerten gleich noch mehr Tränen hinab. Abschiednehmen fällt schwer. Von [Lautschrift], von den Künstlern, von den Texten, von den Geschichten, die hinter dem Projekt stehen, von den Anfängen bis zum ersten Radiointerview und dem Druck der Erstausgabe, bis zu dem Moment, in dem Cindy und ich ein letztes Mal vor einem Publikum standen, um uns zu verabschieden.

 

Danke an alle für drei Jahre wunderbar.

Bleibt in Kontakt. Wer weiß… die Ideen sprudeln bei Cindy und mir wie am ersten Tag.

 

Eure Jennifer

P.S.: Weitere Bilder von der Lesung und vom Konzert von A Singer of Songs kommen bald!

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