Künstlerportrait / Neues

Portrait: Isabell Schwöble

[30 Künstler, 5 Fragen, der 1. Satz]
Jeden Montag ein Künstlerportrait der aktuellen Ausgabe.
Heute: Autorin ISABELL SCHWÖBLE aus [Lautschrift] #2.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da ist er. Der Faden. Seit Tagen spukt er durch meinen Kopf, er ist ein Geruch, ein Gefühl auf der Haut, ein Bild – nur für eine Millisekunde vor Augen. Ein Stück weiter tritt er hervor und ich sehe seine Farbe, fühle seine Beschaffenheit zwischen den Fingern. Der erste Satz, meistens der letzte. Ist er aus Worten gemacht, oder sind es words? Der Faden beschließt die Sprache, verknotet den Wortschatz den er will. Ich kenne den Faden, bereits seit meiner Jugend. Er zeigt sich, um dann gesehen, beschrieben zu werden. Wie eine Spinne setzte ich mich ans Werk, ich webe, spinne und falte ihn der Länge nach. Das Netz ist fertig, ich in der Mitte, bin vom Rand hinein gekrochen. Das Schreiben seines Weges ist nur der letzte Schritt, nur für mich wichtig, denn die Worte sind bereits in mir geboren, in mich hinein gelegt, wie die Sprache selbst. Die erste als Instrument der Kindheit, die zweite was whispered in my ear, a language of love and belonging. Online gibt’s den Faden nicht.

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