Neues / Presse

Lautschrift – Aufbruch in die Gegenwart

Prosa, Lyrik, Essay, Photographie und Zeichnungen. Ist das nicht ein bisschen viel auf einmal? Nein. Ganz im Gegenteil.

Die Universität Tübingen hat ein fabelhaftes Konzept entworfen, das Uni-Künstlern in Baden-Württemberg und Bayern die Chance gibt, sich ihrem Publikum zu offenbaren. Die [Lautschrift]. Dahinter stecken Jennifer Six und Cindy Ruch, die im letzten Studienjahr ihres Bachelors der Internationalen Literaturen an der Universität Tübingen bemerkt haben, das es viel zu schade ist, die wundervollen Arbeiten vieler Studenten in den Schubladen und Schränken der Uni verstauben zu lassen. Mit [Lautschrift] finden die Werke den Zugang zur Öffentlichkeit, unentdeckte Talente werden präsentiert und die akademischen Hochschulen werden auf kreativer Ebene verbunden.

Vor über einem Jahr ging die erste Ausgabe in Druck, die unsere Generation „sprach- und kunstgewaltig, inspirierend und zum Genießen“ wiedergibt. Jede Ausgabe steht ab diesem Zeitpunkt unter einem Motto, das sich durch die Texte, die Zeichnungen, die Theaterstücke und Essays schlängelt. Nummer zwei beschäftigt sich zum Beispiel auf 72 Seiten mit einer eindrücklichen, spannenden und kreativen Aufbruchstimmung in Deutsch und Englisch, in Schrift und Bild. „[Lautschrift] #2 ist eine Ausgabe im Aufbruchfieber. Sie ist voller Schwung, um sich in die nächsten Schritte einzulaufen. Bleibt auch manchmal stehen, um sich zu erinnern, zu besinnen. Um dann mit mehr Geschichten weiterzulaufen. Schritt für Schritt, Seite für Seite.“ Das Literatur- und Kulturmagazin ist eine Entdeckungsreise; nicht immer versteht man das darin aufgeführte auf den ersten Blick. Sarah Luiza Hubers Zeichnung von Cerebralknoten, gibt einem Raum für Eigeninterpretation. Florian Arnolds Gedicht „Zurück“ lässt einen vorwärts denken und Lisa Moises vermittelt das Gefühl von Unendlichkeit.
Sie alle haben den Mut aufzubrechen, ihre Uni-Kunst der Welt dort draußen vorzustellen und man muss selbst ergründen, welchen der vielen wunderbaren Seiten man einen wiederholten Blick schenken möchte. Und noch einen. In Zeiten des rasenden Stillstands, des Erfolgsdrucks ist solch ein Magazin ein Ding der Unmöglichkeit? Nein. Wie man sieht und liest haben die Künstler eine Auszeit geschaffen. Aus dem Alltag, vielleicht auch für ein paar Minuten aus der Realität, aus dem eigenen ich muss weiter, schneller, immerfort. Dieses wundervolle Magazin bietet die Möglichkeit, sich einzugraben, in die Welt des (eigenen) Geistes, des Denkens. Man kann sich ver- und entführen lassen, in eine Welt voll emotionaler Empfindsamkeiten, die an die Oberfläche müssen – vielleicht um sie endlich frei zu lassen.

Aber das Lesen und Beschauen der schwarzen Striche auf weißem Hintergrund kann auch einen Hieb versetzten. Anzuspringen. Abzuspringen. Sich selbst als möglichen Autor oder Künstler anzusehen. Selbst mitzumachen. Die Gegenwart mitzuprägen. Neue Kultur zu stiften und die Gegenwart zu vergegenwärtigen. Und das können sie alle, die Studenten der beiden Bundesländer. Über die Auswahl der Veröffentlichungen entscheidet bei jeder Ausgabe eine neue Jury, die von Autoren und Herausgebern gebildet wird.

Also los. Wartet auf die dritte Ausgabe „Fremd“ oder schreibt und zeichnet und photographiert selbst. Zu kaufen gibt es das Magazin in Augsburg beim Mephisto, Bücher Pustet, dem Unishop und im Neruda-Kultur-Café. (4 Euro) Weitere Infos findet ihr unter: http://www.lautschriftmagazin.de

Von Leonie Schäfer

°° Der Artikel bei DAS SKRIPT findet ihr hier

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