Künstlerportrait / Neues

Portrait: Claudia Weidenmüller

[30 Künstler, 5 Fragen, ein Ausschnitt]
Jeden Montag ein Künstlerportrait der aktuellen Ausgabe.
Heute: Autorin CLAUDIA WEIDENMÜLLER aus [Lautschrift] #2.

[Lautschrift]: Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Im Wohnzimmer meiner Eltern steht ein Leitz-Ordner voller Gedichte und Texte meines Vaters. Da sind so viele Erinnerungen, Schönheiten und Worte aus einer anderen Zeit versteckt. Das wollte ich auch immer haben – nur mit eigenen Texten. Dann fing ich an zu schreiben, um den Kopf freizubekommen aber all die Gedanken nicht zu verlieren.

Welcher Künstler inspiriert dich bzw. was inspiriert dich?
Was um mich herum geschieht ist meistens Inspiration genug. Gesprächsfetzen, die ich so halbwegs durch ein Ohr mitbekomme und zugegebenermaßen auch die “Was mein Leben reicher macht”-Rubrik der Zeit. Ansonsten andere Texte, andere Menschen, andere Orte.

Wo bist du online und offline zu finden?
Zu finden bin ich auf meinem etwas trostlosen blauen Südstadt-Balkon, in den Karlsruher Lieblingscafés oder auch im Internet, allerdings ohne meine Texte: 366schoenheiten.blogspot.com. Mit meinem schlauen Büchlein, in das alle möglicherweise brauchbaren Gedanken kommen, sitze ich zudem in der Uni, der Bibliothek, auf Parkbänken und in der Straßenbahn herum. Aber nur, wenn ich sowieso schon da bin. Gezielt Ort und Zeit zum Schreiben einzuplanen – das gibt es (momentan noch) nicht.

Was zeichnet dich und deinen Schreibstil aus?
Ich halte eigentlich nur Momentaufnahmen und Gedanken fest, dabei liebe ich Details und Kleinigkeiten, die zunächst nebensächlich scheinen. Meine Texte sind meistens, ich weiß kein passenderes Wort, relativ bewölkt aber versuchen dennoch immer alltägliche Schönheit, Wortwitz und -spiel zu beinhalten. Unabsichtlich läuft der Großteil meiner Geschichten auf eine Pointe hinaus; den letzten Satz schreibe ich tatsächlich immer zuerst. Ob ich überhaupt einen eigenen Schreibstil habe, kann ich gar nicht sagen. Ich nutze aber gerne Phrasen und Sprichwörter, die man in zu vielen Texten immer wieder findet und löse sie unerwartet auf, stelle sie in Frage. Ich hoffe insgeheim, das hat Wiedererkennungseffekt.

Warum Prosa?
Weil die Regeln überschaubar sind. Und weil ich leider nicht in Versen oder Dialogen denke.

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