Künstlerportrait / Neues

Portrait: Sonja Schellhase

[30 Künstler, 5 Fragen, ein Ausschnitt]
Jeden Montag ein Künstlerportrait der aktuellen Ausgabe.
Heute: Autorin SONJA SCHELLHASE aus [Lautschrift] #2.


[Lautschrift]: Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Sonja: Hmm….. Gelesen habe ich immer schon gerne und viel. Irgendwann war ich dann mal 16 oder so, und irgendwie kam der Gedanke auf, ich weiß es gar nicht mehr genau. Die meisten Sachen aus der Zeit existieren gar nicht mehr, ich hätte auch damals nie jemandem was von mir zu lesen gegeben. Das war eher einfach nur für mich. An sich ist das immer noch so, und einen Text an [Lautschrift] zu senden, hat mich ziemlich viel Überwindung gekostet. Umso mehr freut mich natürlich die positive Resonanz!

Welcher Künstler inspiriert dich bzw. was inspiriert dich?
Hier muss ich ganz ehrlich sagen, dass ich ein totaler Kafka-Fan bin. Ich mag die unerwarteten Wendungen und den „Hä?-Effekt“, der meist am Ende bleibt. Aber auch moderne Autoren, wie beispielsweise Haruki Murakami, der ähnlich wirre Modelle entwirft, liegen mir. Meine Faszination lässt sich am besten mit einem Zitat Kafkas beschreiben: „Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von den Deinen. Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüsstest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschen voreinander so ehrfürchtig, so nachdenklich, so liebend stehn wie vor dem Eingang zur Hölle.“ Damit wären wir auch schon bei dem, was mich interessiert: menschliche Abgründe. Das, was man nicht von außen sehen kann, was verborgen bleibt. Oder auch nicht^^

Wo bist du online und offline zu finden?
Zugegebenermaßen bin ich ein ziemlicher „Heimschreiber“. Das mag daran liegen, dass ich dabei gern laut Musik höre, was in der Öffentlichkeit (zumindest, wenn man niemanden belästigen möchte) nicht ohne weiteres möglich ist. Allerdings bin ich auch in der Uni oder im Zug, Bus oder wo auch immer nicht abgeneigt, meine Gedanken zu sortieren. Meist geht das dann aber nicht über bloße Notizen bzw. das Brainstorm-Stadium hinaus. Einen Blog habe ich nicht, ich wäre viel zu unorganisiert dafür. Ein tolles Portal nicht nur für Schreiberlinge ist aber hierschreibenwir.de, kann ich jedem nur ans Herz legen.

Was zeichnet dich und deinen Schreibstil aus?
Das ist schwer selbst zu beantworten. Ich glaube, ein großes Maß an Introspektion und Reflexion. Zumindest versuche ich, Charaktere zu entwerfen, die das hinbekommen, was im echten Leben oftmals schwer fällt. Ob sie das immer schaffen, ist die andere Frage.

Warum Prosa?
Ganz einfach, weil dies für mich die beste Möglichkeit ist, mich auszudrücken. Ich brauche ganze Sätze und mehrere Seiten. Wenn ich lyrisch begabter wäre, sähe das vielleicht ganz anders aus.

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