Künstlerportrait / Neues

Portrait: Marie Hartlieb

[30 Künstler, 5 Fragen, der 1. Satz]
Jeden Montag ein Künstlerportrait der aktuellen Ausgabe.
Heute: Autorin MARIE HARTLIEB aus [Lautschrift] #2.

[Lautschrift]: Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Marie: Zum Schreiben bin ich schon recht früh gekommen. Irgendwann hat mir jemand mal, ich weiß nicht mehr wer, ich glaube meine Tante, ein Tagebuch geschenkt. Das hatte Pferde vorne drauf und man konnte es mit einem goldenen Schloss abschließen. Ich fand das damals unglaublich toll. Deshalb fing ich auch an, kräftig darin herumzuschreiben. Allerdings kam mir mein eigenes Leben recht unspannend vor, und so habe ich mir Dinge dazu ausgedacht. Das hörte sich besser an und machte mir auch mehr Spaß. So hat das damals angefangen.

Welcher Künstler inspiriert dich bzw. was inspiriert dich?
Mich inspirieren Situationen und Menschen. Das Schreiben ist für mich so eine Art Ventil und wenn mich Ereignisse oder Umstände nicht loslassen, wenn sie Fragen offenlassen, die ich mir nicht beantworten kann, dann fange ich an zu schreiben und versuche so eine Erklärung zu finden. So kam es auch zu der Kurzgeschichte „Der Mann meines Lebens“. Ich habe ein Auslandsstudienjahr in der Türkei verbracht. Während der Zeit gab es dort einen Anschlag auf die Polizei, bei dem sich ein Attentäter in die Luft sprengte. Wir haben den Knall gehört und gesehen, wie Hubschrauber den Unglücksort umkreisten. Das hat mich schon mitgenommen. Deshalb habe ich die Kurzgeschichte geschrieben.

Wo bist du online und offline zu finden?
Ich liebe die Vielfalt in Mannheim. Das ist ja das Spannende an der Stadt. Da kann ich mich gar nicht entscheiden, wo ich am Liebsten bin. Man kann im Cafga Biobier trinken und den Grünen beim Diskutieren zuhören oder sich von Popmusikern im Nelson etwas vorspielen lassen, in der Podium Lounge zu türkischer Musik tanzen oder natürlich mit BWLern auf Hauspartys über den Sinn der Seglerschuhe quatschen. Im Moment bin ich aber die meiste Zeit in der Uni- Bib um meine Bachelorarbeit zu schreiben.

Was zeichnet dich und deinen Schreibstil aus?
Das können wohl eher andere beantworten. Mir ist es wichtig, dass in meinen Texten Stimmungen transportiert werden. Das ist eigentlich alles. Ich experimentiere und lerne auch noch, wie man mit Sprache umgehen kann. Wenn Menschen nach dem Lesen meiner Texte sagen, dass es etwas in ihnen ausgelöst hat, worüber sie nachdenken wollen, dann ist das für mich das Größte.

Warum Prosa?
Prosa eröffnet mir die Möglichkeit, Ereignisse so zu beschreiben, dass in ihnen die Welt erklärt werden kann. Kurze Begebenheiten schildern dann die Weltanschauungen der Personen im Text, ohne dass diese minutiös dargelegt werden müssen. Das was zwischen den Zeilen steht, was einen bewegt, ohne dass man es bewusst wahrnimmt, das ist für mich das Spannende an Prosa.

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