Neues

Grenzenlos.

Print, Neue Medien, und eine gelbe Schreibmaschine.

Ich stehe am Flughafen und habe in meinem Koffer: mehrere [Lautschrift]-Erstausgaben, ein paar Klamotten, Schreibzeug, Kamera und mein schlaues Büchlein, das alle wichtigen Daten, Namen und jede Menge To-Do-Listen für [Lautschrift] beinhaltet. Ich stehe am Flughafen und kehre zurück in ein Land, dessen literarische Atmosphäre (ich kann es nicht anders sagen) mich überrollt hat, mich mit Cindy im über 16.000 Kilometer entfernten Brisbane in Australien dazu ermutigte, ein eigenes Projekt, ein eigenes Literaturmagazin herauszugeben. Against all odds.

Ein Artikel, der über uns im letzten Jahr im Zuge der Erstausgabe erschien, fand es offensichtlich besonders clever hervorzuheben, dass wir doch ein Print-Literaturmagazin seien und fragte, warum wir dann die Geschichten, die wir an unserem Bücherfest-Stand in Tübingen auf unserer gelben Schreibmaschine von vorbeigehenden Menschen schreiben ließen, möglicherweise im Internet veröffentlichen wollten. Der Redakteur fühlte sich wie ein Detektiv, der das letzte große Puzzlestück zur triumphalen Auflösung des Verbrechens fand.

Was er nicht sah: die Schar von Kindern, die fasziniert von den schwer zu drückenden Tasten waren, von den silbern-grauen Strängen, die aufs Papier die Buchstaben schlugen und die „Kling“ machte, wenn das Blatt ans Ende gerutscht war. Leuchtende Augen – ganz so wie unsere, wenn wir die Texte lesen, die uns 260 Studierende einschickten, uns die Bewertungen gegenseitig per E-Mail zuschicken, weil wir uns immer noch in zwei verschiedenen Ländern befinden. Wenn wir mit dem Layout spielen und daran denken, dass die Grautöne bald auf Papier in unseren Händen sind und es sich besser anfühlt, als die ovale Maus, die den Layout-Entwurf in die Dropbox zieht, um sie global zugänglich zu machen. Das Leuchten ist auch in unseren Augen, wenn Cindy und ich über diverse Ländergrenzen hinweg skypen, mit Ideen jonglieren und trotzdem sehen, lachen, Grimassen ziehen, überlegen. [Lautschrift] fühlt sich an, als ob es mehr als nur ein bayerisches und baden-württembergisches Projekt ist. Es entstand auf dem Weg zwischen Dublin und Brisbane, Altenriet und Tübingen, Dublin und Tübingen und schließlich Augsburg, Heidelberg, eine kurze Zeit war es auch in Spanien und Frankreich. Wenn es beim Herausgeben schon keine Grenzen gibt, warum sollte es dann welche für die Literatur, für Print, und vor allem für die Gedanken von jungen Studierenden geben?

Prof. Dr. Jochen Hörisch von der Universität Mannheim hat es damals, noch bevor es mir klar war, auf den Punkt gebracht: „ein im besten Sinne ‚glokales‘ Projekt, dessen Förderung ich vorbehaltlos empfehle.“

 

Vielen Dank für eure herausragende Förderung und Unterstützung bei startnext.de, beim Weitersagen und beim [Lautschrift] Lesen.

Zum Interview mit Herrn Hörisch darüber, was eine Universität sein sollte.

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