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ruprecht: Was außerhalb der Klammern steht

Das Magazin “Lautschrift” bietet Platz für studentische Kunst und Literatur„Was innerhalb der Klammern steht ist für jeden gleich, das geschriebene Wort; was außerhalb steht, interpretiert jeder für sich selbst“ So charakterisiert Cindy Ruch den Titel des Literaturmagazins, das sie mit ihrer Kommilitonin Jennifer Six herausgegeben hat.

“Lautschrift” nennt sich das Magazin der beiden Tübinger Studentinnen, das jetzt erstmals erschienen ist. Darin findet man zahlreiche Texte, Essays, Gedichte, Zeichnungen und Fotografien von Studenten verschiedenster Fachrichtungen von Universitäten aus ganz Baden-Württemberg. „Wir möchten Studierenden, die sich künstlerisch ausprobieren wollen, eine Plattform bieten“, fasst Cindy das Ziel ihres Projektes zusammen. Doch nicht nur deutschsprachige Texte wurden abgedruckt, sondern auch viele auf Englisch.
Insgesamt wurden 22 Autoren veröffentlicht, darunter auch drei Heidelberger, alle mit lyrischen Texten. Die literarischen Texte wurden von einer Jury, die aus den deutschen Autoren Georg M. Oswald und Nina Jäckl bestand, bewertet und ausgewählt, die englischsprachigen Texte von der Dubliner Künstlerin Sarah Quigley. Zeichnungen und Fotografien haben Jennifer und Cindy selbst ausgesucht, auch das Layout stammt von den beiden. In Heidelberg erhält man das Magazin bei Lehmanns Media (ehemalige Buchhandlung Ziehank) und der Buchhandlung des Germanistischen Seminars.

Was unterscheidet das Magazin von anderen Literaturzeitschriften? Einmal sei es die Zweisprachigkeit, die die beiden auch weiterhin fördern wollen. Auch ausländische Studierende sollen so angeregt werden, Texte einzusenden, ohne vor der Barriere der deutschen Sprache zu stehen. Andererseits richtet sich [Lautschrift] nur an Studierende, wohingegen vergleichbare Veröffentlichungen ein größeres Klientel ansprächen. Ein Ziel der Herausgeberinnen ist es auch, die Unis untereinander zu vernetzen. So konnten sie in Heidelberg als Ansprechpartnerin die Germanistikdozentin Friederike Reents gewinnen.

Die Idee, ein Magazin herauszugeben, hatten Cindy und Jennifer schon länger. Sie schreiben beide auch privat und wurden durch internationale Formate angeregt, die sie während ihres Auslandsstudiums in England und Australien kennenlernten. Was am Anfang klein begann, entwickelte sich recht zügig zu einem größeren Projekt, bei dem das Studium auch schnell zur Nebensache wurde. Mehr Arbeit an Lautschrift, das ist für Jennifer dann auch „angewandte Literaturwissenschaft“, mit der man mehr anfangen könne. Insgesamt investierten die beiden elf Monate durchgehender Arbeit, bis das fertige Magazin schließlich vor ihnen lag.

Für die Zukunft haben Jennifer und Cindy große Pläne: In der zweiten Ausgabe können auch bayerische Studenten Beträge einsenden. „Wenn wir Bayern für die nächste Ausgabe dazunehmen, kann man das zu zweit nicht mehr stemmen“, erklärt Cindy. Deshalb soll es bald an allen Universitäten Unterstützung durch studentische Stellvertreter geben.

In Heidelberg gibt es diese Hilfe schon durch Samuel Hamen, der sich um die Öffentlichkeitsarbeit vor Ort kümmert. Für die Zukunft können sich die Tübingerinnen vorstellen, das Projekt auch deutschlandweit auszubauen. „Es soll sich zu einem Unternehmen entwickeln“, plant Jennifer. „Es wäre schön, wenn wir eines Tages davon leben könnten“, fügt Cindy hinzu. Doch die beiden wollen abwarten, wie ihr Magazin ankommt. Mit den Verkaufszahlen sind sie bisher zufrieden, obwohl sie die Anfangseuphorie bei der Erstausgabe verpasst und die Öffentlichkeitsarbeit vernachlässigt hätten. Das soll sich ändern. Geplant sind zum Beispiel Lesungen: „Die Autoren sollen ihr Publikum kennenlernen und umgekehrt“, erklärt Jennifer.

Die nächste im Januar 2012 erscheinende Ausgabe wird unter dem Thema „Aufbruch“ stehen. Bis zum 15. November werden noch Einsendungen angenommen. Inhaltlich soll sich etwas ändern, da Jennifer und Cindy gerne den Servicebereich der Lautschrift ausbauen und neben Interviews mit der Jury auch auf Literaturveranstaltungen in den Universitätsstädten hinweisen möchten. Außerdem bekommen sie Unterstützung von einer neuen Jury, die die beiden gerade auswählen. Denn, auch wenn die Herausgeberinnen mit der Arbeit von Oswald und Jäckl sehr zufrieden waren, möchten sie, dass die kommende Ausgabe von einem anderen, neuen Stil getragen wird.

Der Lautschrift widmen sich Jennifer und Cindy in den nächsten Wochen vorerst nicht mehr. Derzeit sind die beiden mit ihrer Bachelor-Arbeit beschäftigt: „Die wollten wir schon letzte Woche anmelden“, gibt Cindy zu. Die Arbeit an der Lautschrift habe dann aber doch mehr Spaß gemacht.

von Julian Schmitt und Sandra Zimmermann

| Der Artikel in der Heidelberger Studierendenzeitung ruprecht hier

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