Neues

Über das Finden

Meist ist es nur ein Herumstreunen. An einem Stand mit Bücherkisten stehen bleiben, über Bücherrücken mit dem Finger streichen, den Kopf nach links für die deutschen Titel, und nach rechts für die englischen Titel neigen.

Doch Kopfschütteln strahlt keine Abneigung aus: wie in Indien, wenn die Menschen für Ja und Nein und alle anderen Antworten den Kopf von einer Seite auf die andere Seite bewegen, heißt es auch hier eher: Mal sehen. Mal sehen, was ich finde. Ob ich etwas finde. Vielleicht bewundere ich auch nur die vielen Bücherrücken, das Gefühl der Anzahl von Seiten, ohne sie zu lesen. Das Ausschalten des Restes, während der Secondhand-Buchladen einfach bleibt und wartet.

Gelesene Bücher erscheinen, mit ihnen meist ein Lächeln der Wiederentdeckung. Gehörte Autorennamen tauchen auf, im Kopf blättert die Bibliothek. Schrieb Susan Sontag nicht in ihren Tagebüchern, die vor zwei Jahren unter dem Titel „Reborn“ erschienen, von André Gide? Das Herumstreunern führt zum Stolpern. Ohne Fallen, außer in mich selbst. Nur kurz stehen bleiben. So fand ich Anaïs Nins Tagebücher, kaufte die ersten beiden im Doppelpack, mit einem Gummiband zusammengehalten, der Preis mit Bleistift rechts oben auf der ersten Seite. Auf der zweiten Seite eine fremde, handgeschriebene Widmung, einst ein Geschenk. Auf der dritten Seite begann meine vollkommene Faszination für ihre Tagebücher. Und nach der letzten Seite verlieh ich es, um zu teilen und die Inspiration zu verdoppeln.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s